Historisch-kritischer Liederabend zum Thema
»Revolution«
19.11.2024, 19.30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt
Textheft unter https://revolution.arranca.de
1. Erich Mühsam/Ernst Busch – Der Revoluzzer
2. Beatles – Revolution
3. Ton Steine Scherben – Schritt für Schritt ins Paradies
4. José Afonso – Grandola, vila morena
5. Schmetterlinge/Eva Jantschitsch – Wir hatten Gräber und Ihr hattet Siege
6. Maren Rahmann und Esrap – Die Arbeiter*innen von Wien
7. Gisela May – Das Lied von der Moldau
8. Women of the Working Class – No Going Back
9. Tracy Chapman – Revolution
10. Start the Riot – Atari Teenage Riot
11. Bernadette La Hengst – I do Care
12. Depeche Mode – Where’s the revolution
13. Kerstin Ott/Helene Fischer – Regenbogenfarben
14. Hymne der Gleichheit
15. Songgruppe Regensburg – Resolution der Kommunard*innen
16. Lewia – Drei Rote Pfiffe
Der Revoluzzer
(Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet)
Text: Erich Mühsam (1907), Musik: Béla Reinitz (1929), Gesang: Ernst Busch
War einmal ein Revoluzzer,
im Zivilstand Lampenputzer;
ging im Revoluzzerschritt
mit den Revoluzzern mit.
Und er schrie: "Ich revolüzze!"
Und die Revoluzzermütze
schob er auf das linke Ohr,
kam sich höchst gefährlich vor.
Doch die Revoluzzer schritten
mitten in der Straßen Mitten,
wo er sonsten unverdrutzt
alle Gaslaternen putzt.
Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
aus dem Straßenpflaster aus,
zwecks des Barrikadenbaus.
Aber unser Revoluzzer
schrie: "Ich bin der Lampenputzer
dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn' das Licht ausdrehen,
kann kein Bürger nichts mehr sehen.
Laßt die Lampen stehn, ich bitt!
Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!"
Doch die Revoluzzer lachten,
und die Gaslaternen krachten,
und der Lampenputzer schlich
fort und weinte bitterlich.
Dann ist er zu Haus geblieben
und hat dort ein Buch geschrieben:
nämlich, wie man revoluzzt
und dabei doch Lampen putzt.
Revolution
The Beatles (1968)
You say you want a revolution
Well, you know
We all wanna change the world
You tell me that it's evolution
Well, you know
We all wanna change the world
But when you talk about destruction
Don't you know that you can count me out?
Don't you know it's gonna be alright?
Alright / Alright
You say you got a real solution
Well, you know
We'd all love to see the plan
You ask me for a contribution
Well, you know
We're all doin' what we can
But if you want money for people with
minds that hate
All I can tell you is, brother, you have to
wait
Don't you know it's gonna be alright?
Alright / Alright
You say you'll change the constitution
Well, you know
We all wanna change your head
You tell me it's the institution
Well, you know
You better free your mind instead
But if you go carryin' pictures of
Chairman Mao
You ain't gonna make it with anyone
anyhow
Don't you know it's gonna be
Alright / Alright
Schritt für Schritt ins Paradies
Ton, Steine, Scherben (1972)
Du hörst mich singen, aber du kennst mich nicht
Du weißt nicht, für wen ich singe, aber ich sing' für dich
Wer wird die neue Welt bauen, wenn nicht du und ich?
Und wenn du mich jetzt verstehen willst, dann verstehst du mich
Ich bin aufgewacht und hab' gesehen
Woher wir kommen, wohin wir gehen
Und der lange Weg, der vor uns liegt
Führt Schritt für Schritt ins Paradies
Ich hab' lang gewartet und nachgedacht
Hatte viele Träume und jetzt bin ich wach
Wenn wir suchen, finden wir das neue Land
Uns trennt nichts vom Paradies außer unserer Angst
Refrain, Refrain, Refrain
Grândola, vila morena
Musik: José Afonso (1973), Gesang: Chor am Jahrestag der Revolution (2024)
Terra da fraternidade
O povo é quem mais ordena
Dentro de ti, ó cidade!
Dentro de ti, ó cidade
O povo é quem mais ordena
Terra da fraternidade
Grândola, vila morena!
Em cada esquina um amigo
Em cada rosto igualdade
Grândola, vila morena
Terra da fraternidade!
Terra da fraternidade
Grândola, vila morena
Em cada rosto igualdade
O povo é quem mais ordena!
À sombra duma azinheira
Que já não sabia a idade
Jurei ter por companheira
Grândola a tua vontade!
Grândola a tua vontade
Jurei ter por companheira
À sombra duma azinheira
Que já não sabia a idade!
Land der Geschwisterlichkeit
Das Volk hat das Sagen
In dir, oh Stadt!
In dir, oh Stadt
hat das Volk das Sagen
Land der Brüderlichkeit
Grândola, vila morena!
An jeder Ecke ein Freund
In jedem Gesicht Gleichheit
Grândola, Vila Morena
Land der Brüderlichkeit!
Land der Brüderlichkeit
Grândola, Vila Morena
In allen Gesichtern Gleichheit
Das Volk hat das Sagen!
Im Schatten einer Steineiche
Die ihr Alter nicht mehr kennt
schwor ich, dein Gefährte zu sein
Grândola dein Wille!
Grândola, dein Wille
Ich schwor, dich als meine Gefährtin zu
haben
Im Schatten einer Steineiche
Die nicht mehr wusste, wie alt sie war!
Wir hatten Gräber und Ihr hattet Siege
Schmetterlinge (1977), Eva Jantschitsch (Neufassung 2015)
Wir hatten Gräber und Ihr hattet Siege
Wir haben für euch unsre Finger gerührt
Wir fraßen zu lange gezuckerte Lügen beim falschen Wirt
Wir haben euch eure Kriege geführt
Jetzt führen wir unsere Kriege
Die erzenen Reiter auf den Heldenplätzen
Die waren niemals unsre Retter
Die reichen Schlösser voll geräuberter Schätze
Zeugen von den Opfer unsrer Väter
Das hat sich bis heute nicht geändert
Das blieb sich bis heute gleich
Den Reichtum den wir schaffen
Der macht die Reichen reich, der macht die Reichen reich
Wir wollen die Wahrheit, die ganze Wahrheit haben
Durch eure Lügen ging sie uns verschütt'
Wir wollen unsre Geschichte ausgraben und die Toten mit
Denn auch ihr Scheitern lehrt uns jeden Schritt
Jetzt da wir die neuen Kämpfe haben
Das hat sich bis heute nicht geändert
Das blieb sich bis heute gleich
Den Reichtum den wir schaffen
Der macht die Reichen reich, der macht die Reichen reich
Die Arbeiter*innen von Wien
Wir sind das Bauvolk der kommenden Welt,
wir sind der Sämann, die Saat und das Feld.
Wir sind die Schnitter der kommenden Mahd,
wir sind die Zukunft und wir sind die Tat.
Ref:
So flieg, du flammende, du rote Fahne,
voran dem Wege, den wir ziehn.
Wir sind der Zukunft getreue Kämpferinnen,
wir sind die Arbeiterinnen von Wien.
Herrn der Fabriken, ihr Herren der Welt,
Endlich wird eure Herrschaft gefällt.
Wir, die Armee, die die Zukunft erschafft,
Sprengen der Fesseln engende Haft.
Ref
Wie auch die Lüge uns schmähend umkreist,
Alles besiegend erhebt sich der Geist.
Kerker und Eisen zerbricht seine Macht,
Wenn wir uns rüsten zur letzten Schlacht.
Ref
Das Lied von der Moldau
Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.
Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
No Going Back
Revolution
Tracy Chapman (1988)
Don′t you know
They're talking about a revolution?
It sounds like a whisper
Don′t you know
Talking about a revolution?
It sounds like a whisper
While they're standing in the welfare
lines
Crying at the doorsteps of those armies
of salvation
Wasting time in the unemployment lines
Sitting around waiting for a promotion
Don't you know
Talking about a revolution?
It sounds like a whisper
Poor people gonna rise up
And get their share
Poor people gonna rise up
And take what′s theirs
Don′t you know you better run, run, run,
run, run, run
Run, run, run, run, run, run
Oh, I said you better run, run, run, run,
run, run
'Cause finally the tables are starting to
turn
Talkin′ 'bout a revolution
′Cause finally the tables are starting to
turn
Talkin' ′bout a revolution, oh no
Talkin' 'bout a revolution, oh
I′ve been standing in the welfare lines
Crying at the doorsteps of those armies
of salvation
Wasting time in the unemployment lines
Sitting around waiting for a promotion
Don′t you know
Talking about a revolution?
It sounds like a whisper
And finally the tables are starting to turn
Talkin' ′bout a revolution
Yes, finally the tables are starting to
turn
Talkin' ′bout a revolution, oh, no
Talkin' ′bout a revolution, oh, no
Talkin' 'bout a revolution, oh, no
Start the Riot
Atari Teenage Riot (1999)
Revolution!
Revolution!
Revolution!
Start the riot!
Start the riot!
Start the riot!
Start the riot now!
Fight!
War!
Fire!
Violence!
Death!
Police!
TV!
Fuck you!
Start the riot!
Start the riot!
Start the riot!
Start the riot now!
I do care
Musik: Icona Pop (2012), Text und Neufassung: Bernadette La Hengst (2015)
Ich habe keinen Job doch ich hab immer was zu tun
vom Windeln wechseln bis zum Rollstuhlschieben ohne Lohn.
Es füllt mich aus und dennoch ist mein Konto immer leer
Ist meine Arbeit gar nichts wert?
I do care. I love it.
I do care. I love it.
Bei Tag und nacht arbeite ich in einem Krankenhaus.
Ich helfe Babies aus den Bäuchen ihrer Mütter raus.
Ich werd’ gebraucht, doch manchmal denke ich, ich kann nicht mehr
Ist meine Arbeit gar nichts wert?
I do care. I love it.
I do care. I love it.
Für alle Schwiegertöchter in der Nachbarschaft
Für Telefonseelsorge und jede Reinigungskraft
Für alle Hebammen und auch die Kindergärtner
und nicht zuletzt die freiwillige Feuerwehr
I do care. I love it.
I do care. I love it.
Es wiederholt sich alles ein paar tausend Jahre schon
Man nennt es auch soziale Reproduktion
Wo kriegen wir in Zukunft ein besseres Leben her?
Mit einer Care-Revolution!
I do care. I love it.
I do care. I love it.
Where’s the revolution
Depeche Mode (2017)
You've been kept down
You've been pushed 'round
You've been lied to
You've been fed truths
Who's making your decisions?
You or your religion
Your government, your countries
You patriotic junkies
Where's the revolution?
Come on, people
You're letting me down
Where's the revolution?
Come on, people
You're letting me down
You've been pissed on
For too long
Your rights abused
Your views refused
They manipulate and threaten
With terror as a weapon
Scare you till you're stupefied
Wear you down until you're on their side
Where's the revolution?
Come on, people
You're letting me down
Where's the revolution?
Come on, people
You're letting me down
[: The train is coming :]
So get on board
[: Get on board :]
[: The engine's humming :]
So get on board
[: Get on board :]
Regenbogenfarben
Kerstin Ott (2018), im Duett mit Helene Fischer
Hast du schon einen Regenbogen in
Schwarz-Weiß gesehen?
Kinder, die immer nur leise sind?
Das gibt es nicht
Hast du Träume, die du nicht erreichen
kannst?
Gefühle, die du niemandem zeigen
darfst?
Die gibt es nicht
Dreh dich um, dann kannst du über′n
Tellerrand seh'n
Alles bunt, musst nur ein Stückchen
weiter geh′n
Ich spiel' die Luftgitarre und wir singen
Ref:
Kommt, lasst uns die Welt bemalen
In Regenbogenfarben, Wir wollen sie
überall, Regenbogenfahnen
Kommt, kommt, lasst die Welt erstrahlen
In Regenbogenfarben, Man sieht sie
überall, Regenbogenfahnen
Er und er, zwei Eltern die ihr Kind zur
KITA bring'n
Sie und sie tragen jetzt den gleichen
Ring
Alles ganz normal
Er und sie, er schmiert die Brötchen, die
sie nach Hause bringt
Du und ich, ganz egal wer wir auch sind
Wir sind ganz normal
Ref: Komm, lass uns die Welt
bemalen, ...
Dreh dich um, dann kannst du über′n
Tellerrand seh′n
Alles bunt, musst nur ein Stückchen
weiter geh'n
Ich spiel′ die Luftgitarre und wir singen
Hymne der Gleichheit
Resolution der Kommunar*innen
In Erwägung unserer Schwäche machtet ihr Gesetze, die uns knechten soll'n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet in Erwägung, daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.
Ref: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.
In Erwägung, daß wir hungrig bleiben wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell'n, daß nur Fensterscheiben uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt.
Ref: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.
In Erwägung, daß da Häuser stehen während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen weil es uns in uns'ren Löchern nicht mehr paßt.
Ref: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.
In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.
Ref: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.
In Erwägung, es will euch nicht glücken uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken in Erwägung, ohne euch reicht's für uns schon.
Ref: In Erwägung, daß ihr uns dann eben mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben mehr zu fürchten als den Tod.
In Erwägung, daß wir der Regierung was sie immer auch verspricht, nicht trau'n
haben wir beschlossen, unter eig'ner Führung uns nunmehr ein gutes Leben aufzubau'n .
Ref: In Erwägung, ihr hört auf Kanonen and're Sprachen könnt ihr nicht versteh'n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen die Kanonen auf euch dreh'n!
Drei Rote Pfiffe
Nichts muss bleiben, wie es ist.